Anlässlich des bundesweiten Ehrentags des Bundespräsidenten am Tag des Grundgesetzes weist der Deutsche Caritasverband darauf hin, dass freiwilliges soziales Engagement starke Strukturen freier Träger und verlässliche finanzielle Förderung braucht und durch politische Gängelung und bürokratisches Misstrauen leidet. Mit mehr als 25.000 Einrichtungen und Diensten, in und mit denen etwa 500.000 ehrenamtlich freiwillig Mitarbeitende aktiv sind, ist die Caritas bundesweit Solidaritätsstifterin und Magnetfeld ehrenamtlichen freiwilligen Engagements. Sie versteht sich als Mutmachraum einer sozial engagierten Zivilgesellschaft - nicht zuletzt auch für jährlich 12.000 Freiwilligendienstleistende.
Das Zusammenwirken von beruflich und freiwillig Engagierten gehört zur DNA der Caritasarbeit. "Das freiwillige soziale Engagement ist unverzichtbar für eine lebendige Kultur der Nächstenliebe. Die vielen Freiwilligen prägen mit ihren Ideen und Impulsen die Innovationskraft der Caritas. Die professionellen Strukturen des Verbandes sind der Möglichkeitsraum, in dem sich das bürgerschaftliche Engagement entfalten und für ganz unterschiedliche soziale Aufgaben wirksam werden kann. Wenn die Strukturen geschwächt werden und die beruflich Verantwortlichen durch Finanznöte und Organisationsfragen überlastet sind, geht die Anziehungskraft für neues Engagement schnell verloren", so Welskop-Deffaa mit Verweis auf die aktuellen Spardebatten. Das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt sei Voraussetzung funktionierender sozialer Daseinsvorsorge.
Engagement-Förderung dürfe nicht mit Misstrauen betrachtet werden, so die Caritas-Präsidentin weiter. "Zivilgesellschaftliches Engagement trägt unsere Gesellschaft und Demokratie in einer Zeit, in der die Angriffe auf die freiheitliche Ordnung von innen und außen spürbar heftiger werden. Wenn Menschen ehrenamtlich in Bahnhofsmissionen Reisenden helfen und Wohnungslosen Kaffee ausschenken, wenn sie im Hospiz Sterbende begleiten oder sich als Sprach- und Lesepaten für Geflüchtete engagieren, stärken sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt - gegen Gleichgültigkeit und Verrohung." Zu komplexe Antragsverfahren, ausufernde Dokumentationspflichten und befristete Projektförderungen binden wertvolle zeitliche Ressourcen und erschweren die kontinuierliche soziale Arbeit vor Ort.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Krisen und wachsender Unsicherheiten wird sichtbar, wie wichtig freiwilliges Engagement für Demokratie, Frieden und sozialen Zusammenhalt ist. Wohlfahrtsverbände wie die Caritas schaffen dafür die notwendigen Räume, Kontakte und Strukturen. Sie vermitteln Aufgaben, bieten Ehrenamtlichen fachliche Weiterbildung und sorgen dafür, dass Engagement langfristig wirksam bleibt - als unverzichtbarer Anker für das bundesweite Ehrenamt. 70 Prozent der freiwillig Engagierten geben an, ihre Aufgaben im nächsten Jahr uneingeschränkt fortsetzen zu wollen. "Für die Sichtbarkeit des sozialen Engagements und für die Stärkung einer Kultur der Freiwilligkeit, ist der Ehrentag des Bundespräsidenten ein großartiger Impuls; die Caritas wünscht sich sehr, dass aus der Idee eine lebendige Tradition wird", unterstreicht Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.
Beispiele für Aktivitäten zum Tag des Ehrenamts der Caritas vor Ort
"Spielen gegen Einsamkeit" in Nürnberg
Die Caritas weiß aus ihrer Onlineberatung, dass sich viele Jugendliche oft einsam fühlen und Schwierigkeiten damit haben, neue Menschen kennenzulernen. Deswegen öffnen die Caritas in Nürnberg am Samstag, 23. Mai 2026 ihren Gruppenraum in der Nürnberger Innenstadt für junge Menschen, die Lust darauf haben, ganz ungezwungen verschiedene Karten- und Brettspiele auszuprobieren. Die jungen Ehrenamtlichen stehen mit Rat und Tat zur Seite und haben ein offenes Ohr für ein Gespräch. Wenn junge Menschen unter 24 Jahre alt sind und Interesse an einer Ausbildung zur ehrenamtlichen Krisenbegleitung haben, informiert die Caritas gern an diesem Tag vor Ort über dieses Ehrenamt!
Weitere Infos: Der Ehrentag. Für dich. Für uns. Für alle. - Der Ehrentag. Für dich. Für uns. Für alle.
"Kreativworkshop in der Innenstadt" in Mainz
Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Ehrentag" ist die Caritas mit einem Stand am Freitag, 22. Mai 2026 in der Mainzer Innenstadt, direkt neben dem Staatstheater, vertreten. Gemeinsam mit dem Künstler Moritz Overbeck bietet die Caritas kostenlose kreative Workshops an. Fast die Hälfte der 18- bis 25-Jährigen engagiert sich freiwillig, möchte sich dabei jedoch immer seltener langfristig festlegen. Diese Entwicklung beobachtet auch der Caritasverband Mainz und setzt mit seinem Angebot "youngcaritas" gezielt auf projektbezogenes Engagement. Aktionen wie "Warm durch die Nacht", bei den Begegnungen mit wohnungslosen Menschen in der Mainzer Innenstadt stattfinden, die "Fill the bottle"-Challenge als gemeinschaftliche Müllsammelaktion oder kreative Projekte zur Förderung von Toleranz, zeigen die Bandbreite des Engagements.
Weitere Infos: Kreativworkshop der Caritas Mainz
"Laptops für junge Menschen - Spenden, die Zukunft schaffen"
Für junge Menschen im FSJ aus dem Ausland ist Teilhabe ein zentrales Thema. Sprache lernen, digital verbunden sein, sich orientieren - all das braucht ein funktionierendes digitales Gerät. Darum sammelt die Caritas ausrangierte, aber noch nutzbare Laptops. Das Projekt "Hej Alter - alte Rechner für junge Leute" der Caritas Stuttgart macht sie mit ehrenamtlicher Unterstützung wieder flott und stellt sie anschließend Kindern, Jugendlichen, jungen Menschen zur Verfügung, die sie dringend benötigen, zum Lernen, zum Teilhaben und Kommunizieren. Wer einen alten, ungenutzten Laptop hat, bringt ihn gern vorbei! Dabei werden Integration, Bildung und echte Zukunftschancen unterstützt - und es entstehen Kontakte.
Weitere Infos: "Hej Alter - alte Rechner für junge Leute." Bring Deinen Laptop!
AnsprechBar mit Getränkeangebot zum Ermöglichen von Begegnung in Niedereimer
Einen Segen zu empfangen tut gut… Mit allen Sinnen wird das an Pfingsten (24. - 26.05.2026) jeweils von 11 bis 18 Uhr für Klein und Groß in der St. Stephanuskirche Niedereimer erfahrbar. Die Ausstellung lädt nicht nur zum Schauen und Staunen ein, sondern auch zum kreativen Mitmachen. Im Rahmen dieser Pfingstausstellung werden die Caritas-Konferenz Arnsberg und die Propsteipfarrei St. Laurentius die ansprechBAR am Montag, den 25. Mai 2026, von 13 -17 Uhr auf dem Kirchplatz der St. Stephanusgemeinde in Niedereimer eröffnen. Bei der "ansprechBar" handelt es sich um einen Anhänger, ausgestattet mit Kaffeemaschine, Kühlschrank sowie Sitzgelegenheiten für den Außenbereich vor dem Hänger. In einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit, Unsicherheit oder gesellschaftliche Spannungen erleben, schafft dies einen Ort des Zuhörens, Austauschs und der Wertschätzung. Jeder Mensch soll sich willkommen und wahrgenommen fühlen. Besonders wichtig ist uns dabei die Beteiligung junger Menschen. So werden sich auch Jugendliche der Jugendcaritas an der Ausstellung beteiligen und erzählen, wo und wie sie selbst "zum Segen" für andere werden.
Weitere Infos: Zeit schenken - Gemeinschaft ermöglichen.