Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für andere einsetzen, werden zunehmend Opfer von Gewalt. Der Deutsche Caritasverband (DCV) fordert deshalb einen wirksamen und umfassenden Schutz für alle Helfenden. Die von der Bundesregierung geplante Reform des Strafrechts, das Angriffe auf einzelne Berufsgruppen schärfer sanktionieren will, sieht er dabei kritisch. In einer aktuellen Stellungnahme zum geplanten Gesetz zur Stärkung des Schutzes des Gemeinwesens sieht der Verband Nachbesserungsbedarf.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Wer im Dienst für die Gemeinschaft Verantwortung für andere übernimmt und sich für das Gemeinwesen engagiert, verdient Schutz, unabhängig von Berufsbezeichnung, Ausbildungsabschluss oder Status. Gewalt gegen Helfende ist nicht hinnehmbar, unabhängig davon, ob diese haupt- oder ehrenamtlich tätig sind. Für ihren Schutz braucht es keine selektiven Strafverschärfungen, aber ein entschlossenes präventives Handeln, das den objektiven Schutz verbessert."
Aus Sicht der Caritas greift der Gesetzentwurf zu kurz, weil er besonderen strafrechtlichen Schutz für einzelne klar definierte Berufsgruppen verschärft. Die Realität sozialer Arbeit sei jedoch deutlich vielfältiger: Auch Sozialarbeiterinnen, Mitarbeitende in der Wohnungslosenhilfe, Beratende, Pflegekräfte oder Ehrenamtliche, die Geflüchtete begleiten, seien immer wieder Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt.
Prävention und Schutzkonzepte sind wirksam
"Was wirksam schützt, sind ausreichende Personalausstattung, verbindliche Schutzkonzepte, Deeskalationstrainings und gute, präventive Maßnahmen für Mitarbeitende und Ehrenamtliche", unterstreicht Welskop-Deffaa.
Kritisch bewertet die Caritas auch die mit dem Gesetzentwurf geplanten Verschärfungen im Aufenthalts- und Ausweisungsrecht, insbesondere Einschränkungen beim Familiennachzug, mit denen das Schutzziel aus Sicht des Verbandes nicht erreicht werden kann.
Allein bei der Caritas sind insgesamt 740 000 hauptamtlich Mitarbeitende und mehrere Hunderttausend Ehrenamtliche tätig. In den 261 Krankenhäusern sowie 52 Reha-Einrichtungen unseres Katholischen Krankenhausverbands arbeiten insgesamt 204.000 Ärzt_innen, Pflege(fach)kräfte und andere Beschäftigte in Gesundheitsberufen, Weitere 121.550 Pflegekräfte sind in unseren 1.974 Pflegeeinrichtungen tätig. Insgesamt betrifft der Gesetzentwurf mithin eine hohe Anzahl von schutzwürdigen Personen allein in unserer Organisation. Ob als Angehörige der Heilberufe, im erzieherischen Bereich oder in der Sozialen Arbeit leisten sie einen wesentlichen Beitrag für das Gemeinwohl.
Pressemitteilung
Berlin
Gewalt gegen Rettungsdienstleistende, Ärzte und Beschäftigte in der Sozialen Arbeit steigt
Erschienen am:
04.02.2026
Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
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10117 Berlin
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